Ënn ëmm klænen Dòrf (EP)

by Why didn't they ask Evans?

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about

EVANS IM RADIO
Am Freitag, dem 6.1.2017, waren Why didn't they ask Evans? im Nationalpark-Radio des Nationalparks Hunsrück-Hochwald zu Gast und spielten ihr erstes Radiokonzert. Fast zweieinhalb Stunden live gespielte Musik, Hintergründe zur Band und zu den Liedern, die Moderatoren stellten gute Fragen und die Musiker in einen Rahmen, in dem sie sich sehr ernst genommen fühlen durften. Der Livestream knackte den Zuhörerrekord der monatlichen Sendung (neben zahlreichen Zuschaltungen aus ganz Deutschland gab es weitere aus unter anderem Brasilien, den USA, Irland und England). Ein herzliches Dankeschön der Band geht an die Macher des Nationalpark-Radios für die Einladung und die Möglichkeit, Band und Musik auf diesem Weg einem breiteren Publikum vorstellen zu können. Die Sendung ist aktuell auf der Startseite von www.nationalpark-radio.de nachhörbar sowie anschließend in der Mediathek sowie im Youtube-Kanal des Senders.

DORFCHRONIK
Endlich ist es so weit: Der erste Band der nun auf vier Teile angelegten Dorfchronik von Hinzert-Pölert wurde am 26.6.2016 an der Kirmes in Hinzert vorgestellt. Die Chronik war der Anlass für Why didn't they ask Evans?, ihr Minialbum nur in Mundart aufzunehmen - sozusagen als dazugehöriger Soundtrack. Die Band hat die Lieder des Albums (und noch ein paar mehr) im Rahmenprogramm der Präsentation zum Besten gegeben. www.hinzert-poelert.de

SAMPLER ERSCHIENEN
Im März ist bei Bluebird Café Berlin Records der Mundartsampler "Auf's Maul geschaut - Regionalsprachen und Dialekte im deutschen Folk" erschienen, zusammengestellt von Profolk, dem Verband für Lied, Folk und Weltmusik in Deutschland. Darauf neben Liedern auf Alemannisch, Niederdeutsch oder Mittelniederdeutsch auch unser moselfränkischer Beitrag "Ënn ëmm klænen Dòrf". Evans stehen dort in illustrer Gesellschaft etwa der friesischen Formation Kalüün, die 2015 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurden, oder der Thüringer Band Hüsch!, die letztes Jahr auf dem TFF in Rudolstadt zu Gast war und deren Debütalbum wie auch das von Kalüün im Fachblatt "Folker" als "Besondere CDs" herausgehoben wurden. Mehr Infos unter www.profolk.net/index.php?option=com_content&view=article&id=28&Itemid=139. Das Album kann für 15 Euro zzgl. Porto und Versand auch über uns bezogen werden, einfach E-Mail an whydidnttheyaskevans@posteo.de.

LIEDERBESTENLISTE
Von Oktober 2015 bis Februar 2016 konnte sich der Titel "Summer '27" vom Album fünf Monate in Folge in den Top Ten der Liederbestenliste platzieren mit der zweimaligen Höchstplatzierung auf Platz 6 im Dezember 2015 und Februar 2016 (www.liederbestenliste.de).

EVANS IM FERNSEHEN
Anfang Januar 2016 hatten Ralph und Stefan Backes Gelegenheit, das Album "Ënn ëmm klænen Dòrf" im Liveinterview der Rheinland-Pfalz-Ausgabe der "Landesschau" des SWR vorzustellen. Thema war dabei unter anderem das ehemalige Konzentrationslager bei Hinzert. Der Beitrag wird in der Mediathek des SWR inzwischen zwar als "leider nicht mehr verfügbar" angegeben, kann aber durch Klick auf den Pfeil rechts neben dem Bild unter folgendem Link heruntergeladen und auf dem eigenen Player angesehen werden: www.swrmediathek.de/player.htm?show=6443fcc0-b3c3-11e5-80bf-0026b975f2e6.


STIMMEN ZUM ALBUM

"Wunderbar eingespielter Folkrock ..., tolle Arrangements, ... inspiriert von Celtic bis Deutschfolk, Musik, die mit den Mundarttexten vortrefflich funktioniert."
(Ulrich Joosten in Folker 5/2015, www.folker.de)

"Ich ... bin begeistert ... - auch so klingt der Hunsrück. Wenn das kein Einzelbeispiel ist, dann kann die aktuelle Hunsrücker Musikkultur getrost das Erbe des Kuseler Musikantenlandes antreten."
(Prof. Dr. Alfons Matheis, Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld)

„… hervorragend gelungen …, stimmungsvoll und doch ohne Klischees. … die Synthese aus Irish Folk und Hunsrücker Mundart [ist] … gut geglückt …“
(Theo Schneider, SWR 2, Journal am Mittag, Juni 2016)

"... unter die Haut gehender Gesang ..., beeindruckendes Geigenspiel ... Die fünf Lieder sind ... beispielhaft ... für alle ländlich geprägten Regionen bundesweit ..."
(Jörg Lehn, Trierischer Volksfreund, Nov. 2015, www.volksfreund.de)

„…ein kleines Juwel. Musikalisch auf hohem Niveau, ragt besonders die E-Gitarre heraus.“
(Andreas Räsch, Köpfchen 1+2/2016 – Mitteilungsblatt der Arbeitgemeinschaft Burg Waldeck, www.burg-waldeck.de)

„… mitreißend, … gekonnt, macht Freude.“
(Hedo Holland, Folkmagazin, Nr. 323, Feb.-Mrz. 2016, www.folkmagazin.de)

"... eine wunderbare und thematisch prinzipiell längst fällige CD. Chapeau!"
(Karl-Heinz Breidt, Züsch/Hochwald, ehem. Vorstandsmitglied des Jazz-Clubs Trier)

"Die CD läuft rauf und runter - danke!"
(Lutz Häselbarth, Gefell/Thüringen)


INFO

Anlässlich der Veröffentlichung der Dorfchronik ihres Gründungsortes Hinzert-Pölert hat die Folkrockband Why didn’t they ask Evans? ein Minialbum mit fünf Liedern in Hunsrücker Mundart (Dialekt des Moselfränkischen) herausgebracht. Der Titel "Ënn ëmm klænen Dòrf" ("In einem kleinen Dorf") ist dabei nicht zufällig gewählt, vier der Stücke behandeln direkt oder indirekt Gegenwart, Geschichte und Überlieferung von Hinzert, woher zwei der Bandmitglieder stammen.

Es geht um junge Männer, die nicht den dörflichen Konventionen entsprechen, Felsen, die sich bei Gewitter in Hexen verwandeln, unverhoffte Begegnungen während der Nazizeit, tragische Ereignisse beim Heidelbeerpflücken im Wald und das Übertreten von Schwellen, wonach nichts mehr ist, wie es vorher war. Hinzert kann bei all dem exemplarisch für viele andere Dörfer auf dem Hunsrück stehen.

Vier der Lieder finden sich hier zum Vorhören und Herunterladen. (Wer das komplette Album herunterlädt, erhält automatisch den fehlenden Track dazu.) Öffentliche Vorstellung des Werks war am 6. Juni 2015 im Rahmen der Irischen Nacht 21 an der Fischerhütte in Beuren/Hochwald, zugleich Feier des 15-jährigen Bandjubiläums von Why didn't they ask Evans?.

Das Originalalbum samt Cover- und Bookletdesign von Ralph Backes unter Verwendung von Bildern von Paul Schwarz und Bernhard Backes mit allen Texten sowie Übersetzungen ins Hochdeutsche ist zum Preis von 10 Euro hier erhältlich:

Stefan Backes, Bad Kreuznach, stefan.backes@posteo.de
Buchhandlung Lorenzen, Hermeskeil, www.buchhandlung-lorenzen.de
Gemeinde Hinzert-Pölert, c/o Mario Leiber, Hinzert, info@hinzert-poelert.de, www.hinzert-poelert.de


INFO IN ENGLISH

Alongside the publication of the village chronicle of Hinzert-Pölert in Southwestern Germany, place of origin of two of their members, folk rock band Why didn't they ask Evans? have released their EP Ënn ëmm klænen Dòrf ("In A Small Village") containing five songs in the native Moselle Franconian dialect of one of the band's songwriters, Stefan Backes. Four of the songs are dealing directly or indirectly with his home village Hinzert, it's present, history and lore.

There are young men ingnoring village conventions, rocks that thunderstorms turn into witches, unexpected encounters during the nazi period, tragic incidents while blueberry picking, and the crossing of thresholds after which nothing remains the same as before. Hinzert in all this can be regarded as a model for many other villages in the Hunsrück area of Southwestern Germany.

Listen to four of the songs here or download them (people downloading the whole EP will automatically receive the one song missing here). Official release of the album was on the 6th of June 2015 at the "Irish Night 21" at the Fischerhuette in Beuren/Hochwald, Germany (www.fischerhuette-beuren.de), which also functioned as the band's celebration of their 15th anniversary.

The original album including full cover and booklet design of Ralph Backes using artwork by Paul Schwarz and Bernhard Backes and also containing all lyrics and a translation into standard German can be acquired here (at the price of 10 Euros):

Stefan Backes, Bad Kreuznach, stefan.backes@posteo.de
Buchhandlung Lorenzen, Hermeskeil, www.buchhandlung-lorenzen.de
Gemeinde Hinzert-Pölert, c/o Mario Leiber, Hinzert, info@hinzert-poelert.de, www.hinzert-poelert.de

credits

released June 6, 2015

Aufnahme, Mix und Mastering: Peter Schu, Alister Records, Leiwen, www.alister-records.de, Winter 2014/15
Zeichnung Cover: Bernhard Backes, 1983

Recorded, mixed and mastered by Peter Schu, Alister Records, Leiwen, Germany, www.alister-records.de, winter 2014/15
Cover Illustration: Bernhard Backes, 1983

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about

Why didn't they ask Evans? Hinzert Pölert, Germany

Music from the Folkic Fringe ...


Band members:

Stefan Backes - vocals, acoustic guitar, tin whistle, melodica

Eva Marx - vocals, fiddle

Ralph Backes - vocals, electric and acoustic guitars

Bruce O’Field - bass

Martin Seimetz - drums, percussion
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Track Name: Ënn ëmm klænen Dòrf
Ënn ëmm klænen Dòrf, gòar nett wäit vœnn hai,
Hœtt ë’ jonge’ Kærl gelääft.
Dää wòar anners wëi all dëi annern wòar’n,
Hœtt kæn Bæm œus ëmm Walt geschlääft.
Dää konnt kai’ Bulldock flecken,
Näischt, watt sisch fer ë’ Mann geheert.
Dää hœtt vill geläs onn ëmm Hœus geholf,
Onn ënn hœtt schö’ frëi geleert:

Wär Fraalaiden gefalle’ well,
Dää kœukt, datt ënn æppes schafft,
Datt ë’ Gælt haimprængt, datt ë’ kromm sisch mæt,
Alles œgät mætt all sainer Kraft!

Dòch datt wòar nett saint, ë’ wòar vill së zòart,
Schönn als Kænt wòar ë’ nemme’ sëiß.
Ënn dærr Schöl wòar ë’ gout, fer sain Helf së krëin,
Dòch fer mee wòar ë’ fer dë Fëiß.
Wänn irjentwöö ë’ Fæsstschi wòar,
Hœnn së sisch bai ëmm œusgekresch,
Plöß fer kläisch danòò mætt ëmm stolze’ Kærl
Së verschwennen ëmm Gebesch.

Wär Fraalaiden gefalle’ well,
Dää kœukt, datt ënn æppes schafft,
Datt ë’ Gælt haimprængt, datt ë’ kromm sisch mæt,
Onn ëmm Bæt zaischt sain Mannskærlskraft!

Eescht vill speder hœnn së da’ gemærkt,
Watt ënn dämm Jong vill bæsser wòar.
Iren æjenë’ Kærl hænkt plöß ënn dærr Knäip
Onn ir Läwen ess fæstgefòar.
Dää Jong, dää lääft wai ënn dærr Staat,
Hœtt ënn Fraa, Kænner onn ënn Hœus,
Dää hœtt studeert, hœtt dë Wælt gesëin,
Wail irjentwann, dòò hatt ënn ëtt rœus:

Wär Fraalaiden gefalle’ well,
Dää lesst sisch schee’ vill Zäit,
Dää wòart, biss datt dëi rischtisch kemmt,
Dëi off æner Wæll mætt ëmm läit.

Wär Fraalaiden gefalle’ well,
Dää hellt së ënn dënn Òrm,
Dää heert gout zou, dää gät off së ænn,
Hælt së sisch sai’ Läwdaach wòrm.


German translation:

In einem kleinen Dorf

In einem kleinen Dorf, gar nicht weit von hier,
Lebte einst ein junger Mann.
Der war anders als all die andren waren,
Schleppte keine Bäume aus dem Wald,
Konnte keinen Traktor reparieren,
Nichts, was ein Mann können sollte.
Stattdessen las er viel, half im Haushalt
Und lernte schon früh:

Wer Frauen gefallen will,
Sollte zusehen, dass er nicht auf der faulen Haut herumliegt,
Dass er Geld nach Hause bringt, sich reinhängt,
Alles mit ganzer Kraft angeht!

Doch das war nicht sein Ding, dazu war er viel zu schmächtig,
Schon als Kind fanden alle ihn nur süß.
In der Schulzeit waren alle froh, wenn er ihnen half,
Doch zu mehr war er nicht zu gebrauchen.
Wenn irgendwo ein Fest war,
Weinten sie sich bei ihm aus,
Nur um im nächsten Moment mit einem strammen Kerl
Im Gebüsch zu verschwinden.

Wer Frauen gefallen will,
Sollte zusehen, dass er nicht auf der faulen Haut herumliegt,
Dass er Geld nach Hause bringt, sich reinhängt
Und im Bett zeigt, was er drauf hat!

Erst viel später merkten sie dann,
Was an dem Jungen viel besser war,
Denn ihr eigener Mann hängt bloß noch in der Kneipe herum
Und ihr Leben ist verfahren.
Der Junge lebt heute in der Stadt,
Hat eine Frau, Kinder und ein Haus,
Hat studiert, die Welt gesehen,
Denn irgendwann hatte er raus:

Wer Frauen gefallen will,
Der lässt sich einfach Zeit,
Der wartet, bis die Richtige kommt,
Die auf einer Welle mit ihm liegt.

Wer Frauen gefallen will,
Der nimmt sie in den Arm,
Der hört gut zu, geht auf sie ein,
Hält sie sich sein Leben lang warm.
Track Name: Fronnläischnamm
Ëtt ganz Dòrf hœtt sisch vir dærr Kirsch posteart,
fer all mætt dærr Prozessiön së geen,
Wëi aimœl emm dë Keer œus Rischtong Larer
ënn Tropp mætt Hæftlingen kemmt vir ënn së steen –
ënn Tropp mætt Hæftlingen kemmt vir ënn së steen.

Kœllgeschoar dëi Kæpp, zerschonn dëi Laiwer,
rappeldeer, kròò Lappen off dærr Hœut,
zëin së hænner sisch ënn Kòar mætt Stænen,
œus dänne’ kænen sisch ënn Hœus mee bœut –
œus dänne’ kænen sisch ënn Hœus mee bœut.

Räß o’ links, Geweerer œnn dærr Scheller,
dëi SS-Lait, Aaen kalt wëi Äiß –
anners wëi wänn òwents ënn dër Weartschaft
së sisch wëi all annern gänn emm jede’ Präiß –
sisch wëi all annern gänn emm jede’ Präiß.

Denn plöß dæmpt dää Wairauch onn dëi Raiser
laast ëmm Wää sain kœllgestreppt vœmm Lòf;
mætt ænem Schlaach heart alles off së sengen,
onn all zëin, watt omm Kòpp së hœnn, ëròf –
onn all zëin, watt omm Kòpp së hœnn, ëròf.

Wëi strack erkaalt traut kænen sich së reren,
hai onn lòò nett, wär sollt schö’ wesse’ wëi,
biss aimœl vœnn dännen SS-Laiden ænen
dëi Kærlen œnntraiwt wëi off ëtt Steck ëtt Vëi –
dëi Kærlen œnntraiwt wëi off ëtt Steck ëtt Vëi.

Onn wëi së all nòch stomm dämm Tropp nòòkœuken,
fäischt dëi Aaen, Mannslait, Fraa o’ Kænt,
schwænkt dëi Fan ëmm Mast wëi wänn näischt wear
waider datt emmgebeckte’ Kräiz ëmm Wænt –
waider datt emmgebeckte’ Kräiz ëmm Wænt –
datt emmgebeckte’ Kräiz ëmm Wænt.


German translation:

Fronleichnam

Das ganze Dorf hat sich vor der Kirche aufgestellt,
alle wollen sie an der Prozession teilnehmen,
als plötzlich um die Ecke aus Richtung des Konzentrationslagers
ein Trupp Häftlinge vor ihnen zum Stehen kommt.

Die Köpfe kahlgeschoren, die Leiber zerschunden,
rappeldürr, auf der Haut nichts als graue Lappen,
ziehen sie einen Karren mit Steinen hinter sich her,
aus denen sich keiner mehr ein Haus bauen wird.

Rechts und links von ihnen, Gewehre an der Schulter,
die SS-Leute, Augen kalt wie Eis –
anders als abends, wenn sie sich im Wirtshaus
um jeden Preis wie alle anderen geben.

Nur dünn quillt der Weihrauch, die Reiser
längs der Straße tragen kein Laub;
mit einem Mal hören alle auf zu singen
und ziehen ihre Kopfbedeckungen ab.

Wie zur Salzsäule erstarrt, traut sich keiner zu bewegen,
weder hier noch dort, wer wüsste auch wie.
Bis plötzlich einer von den SS-Leuten
die Männer antreibt wie Vieh aufs Feld.

Und während sie alle noch stumm dem Trupp hinterherstarren,
mit feuchten Augen, Männer, Frauen, Kinder,
schwenkt, als sei nicht geschehen, die Fahne am Mast
weiter das verbogene Kreuz im Wind.
Track Name: Summer '27
Summer ’27,
ëtt wòar ënn haißen Daach.
Dë Loft wòar klòar, dënn Himmel plòò,
ënn gout onn sischer Saach.
„Isch wäß wö dë bæst Wele’ steen“,
hatt dë Pitter nòch gelaacht.
Onn së trætt hœnn së sisch offgemaach.

Dëi Æmerschjer mætt Bændeln
emmgebonn, omm Kòpp dënn Hout.
Dë Allproch roff, eewischt dærr
Kròòer Æltz hœnn së gesout.
Hœtt ænem mœl dë Bockel
wee gedön, hœnn së gerout,
gespillt, gezankt, maett Kænneriwwermout.

Wëi’tt Mettisch laut vœmm Dòrf eroff,
ëtt Salschi kemmt gescheest:
„Dahæm, dòò wòarden së bestemmt
mæmm Äaße’ schönn, owee.“
Datt Jongst, datt mærkt së eescht
wëi stòark dë Loft off aimœl pleest,
dënn Himmel schwòatz als wer kæn Sonn gewæst.

„Bische’ soll mærr sischen!“,
jòò, datt hatt mærr ënn bäiprœt.
„Komm, lòò viren stät æn“,
hœtt dë Pitter kläisch gesœt.
Datt datt sisch plœß sche’ raimt,
Dòònòò hœtt kænen dou gefrœt.
Dë Pletz schlät ænn, dë Bòm ess emmgelœt.

Zwää jonger Lait sain döt pliewen
lòò owen, dëif ëmm Walt.
Datt Jongst ess haimgelòòf,
’tt hœtt nòch gedonnert o’ geknallt.
Jed Hellef awwer wòar së speet,
Dë Mæss schö’ kläisch bestallt.
Haut sät ë’ Krëitz, hai sain zwää nett genn alt.


German translation:

Sommer ’27

Sommer ’27,
es war ein heißer Tag.
Die Luft war klar, der Himmel blau,
eine gute und sichere Sache.
„Ich weiß, wo die besten Heidelbeeren stehen“,
hatte Peter noch gelacht.
Und zu dritt machten sie sich auf den Weg.

Die Eimerchen mit Riemen
umgebunden, auf dem Kopf Hüte,
die Alte Brach hinauf, suchten sie
oberhalb der Grauen Eltz.
Tat einem von ihnen der Rücken
weh, ruhten sie sich aus,
spielten und stritten sich mit dem Übermut der Kinder.

Als es vom Dorf her Mittag läutet,
kommt Rosalia gerannt:
„Zu Hause warten sie bestimmt
schon mit dem Essen, oweh.“
Die Jüngste merkt zuerst,
wie stark der Wind auf einmal weht,
der Himmel schwarz, als hätte zuvor keine Sonne geschienen.

„Buchen soll man suchen!“,
hatte man ihnen beigebracht.
„Kommt, dort vorne steht eine“,
sagte Peter sofort.
Dass sich das bloß schön reimt,
danach fragte in dem Moment keiner.
Der Blitz schlägt ein, der Baum stürzt um.

Zwei junge Menschen verloren ihr Leben
dort oben, tief im Wald.
Die Jüngste lief schnell nach Hause,
während es immer noch donnerte und krachte.
Doch jede Hilfe kam zu spät,
die Messe war schon bald bestellt.
Heute sagt ein Kreuz: Hier wurden zwei nicht alt.
Track Name: Off dærr Krænz
Hœss dœu schö’ mœl ærlääwt, datt dœu dir virkomm bess,
als weers dœu mættenrænn ënn’tt Ænn vœnn ëmm Film gerœt?
Ënn dëi Stæll hænnen, kotz bevir æppes offheert,
datt æppes Naues wœße’ kann,
wöö ënn Däl vœnn dir gestorw ess,
dœu dëi Wòarhät, vir där dë emmer fœttgelòf bess,
spire’ konnst, onn datt, watt virhærr wòar,
dir virkomm ess, als hætts dë’tt plöß getrææmt?

Hoess dœu ë’ Ponkt ærläwt, wöö dœu näischt maache’ konnst,
wöö allës ganz wëi vœnn allæn paseert ess?
Wöö dœu plöß wòarde’ konnst, biss datt ëtt waidergät,
wëi wänn ënn annern fer däisch dænkt,
vœnn dämm œus Gesster, Haut onn Moar
së sëin wòar’n, dai’ ganz Läwen sisch gëzaischt hœtt?
O’ wëi’tt vorbäi wòar, wòar krœt gòar näischt mee
wëi virhærr, onn dœu wòars wëi nau gebòar.

Hœss dœu ærläwt, wëi aimœl allës ëmm disch remm
sëmm Stehe’ komm ess, als weers dœu nemmee ëmm Läwen,
Als weers dœu nemmen nòch allæn hai off dærr Wælt?
Dòòbäi ess datt genòò dää Ponkt,
Off dærr Krænz, dazweschen, ënn dærr Loft,
vœnn dämm œus dir off aimœl alles klòargett,
ënn dämm œus allem Offgänn, œus där kròßer Pain
nau Zouversiischt œus derem Böddem wißt.


German translation:

Auf der Grenze

Hast du schon mal erlebt, dass du dir vorkamst,
als wärst du mitten hinein ans Ende eines Films geraten?
An die Stelle kurz vor Schluss, bevor etwas aufhört,
damit etwas Neues wachsen kann,
wo ein Teil von dir gestorben ist,
du die Wahrheit, vor der du immer weggelaufen bist,
spüren konntest, und das, was vorher war,
dir vorkam, als hättest du es nur geträumt?

Hast du einen Punkt erlebt, an dem du nichts machen konntest,
an dem alles ganz wie von allein passierte?
An dem du bloß warten konntest, bis es weitergeht,
als ob ein andrer für dich denken würde,
von dem aus Gestern, Heute und Morgen
zu sehen waren, dein ganzes Leben sich offenbarte?
Und als es vorbei war, war überhaupt gar nichts mehr
wie vorher, und du warst wie neu geboren.

Hast du erlebt, wie alles um dich herum
zum Stehen kam, als wärst du nicht mehr am Leben,
als wärst du nur noch ganz allein auf dieser Welt?
Dabei ist das genau der Punkt,
Auf der Grenze, dazwischen, in der Luft,
von dem aus dir auf einmal alles klar wird,
an dem aus allem Aufgeben, aus dem großen Schmerz
neue Zuversicht aus dürrem Boden wächst.